Dynamische Politik

Irgendwie hängen wir immer noch an den alten Marionettenstrippen der Politik.

Eine Legislaturperiode dauert vier Jahre und die ausgerufenen Themen, die in dieser Zeit dem Volk versprochen werden, werden nicht der andauernden Zeit angepasst. Vier Jahre sind eine verdammt lange Zeit.

Vor vier Jahren hat es noch keine akute Diskussion über 5G gegeben. Jetzt schon. Aber das sind so Themen, die erst während einer Legislaturperiode zum Entscheidungsfall werden und wir Wähler müssen hoffen, dass unsere gewählten Volksvertreter die richtige Entscheidung treffen.

Doch warum wird die Politik nicht viel Dynamischer? Die digitalen Voraussetzungen stehen doch dafür. Wir stagnieren in Zettelwirtschaft und Bürokratie und kommen mit allen Versprechen, die uns gegeben werden nicht voran.

Wie wäre es, wenn es eine Politik gäbe, die Live durch sein Volk mitbestimmt werden kann. Wie wäre es, wenn es neue, junge Parteien gäbe, die dem Volk wieder Nahe sind und ein Mitspracherecht eines jeden Parteimitglieds einfordert? Das könnte doch eine Zukunft sein, in der sich jeder Gehör verschaffen kann. Das könnte eine Zukunft sein, die nicht aus Protesten und Vernichtungen von Parteien besteht, sondern aus Diskussionen und Lösungsfindung.

Wenn einige der heutigen, verstaubten Politiker nicht nur ihre persönlichen Interessen vorantreiben würden und auch mal auf die Stimme des Volkes hören würden, dann wären die grossen Parteien wohl nicht in einem unaufhaltsamen Abwärtsstrudel. Da grösste Problem ist, dass alle, die sich schon im Abwärtsstrudel verfangen haben, nicht den Weitblick haben, sich selbst zu hinterfragen und etwas zu ändern. Nein. Um ihr eigenes Fell zu retten, wird die jahrelange Inkompetenz dadurch erklärt, dass jemand Anderes schuld ist.

Doch der Blick in die Zukunft lässt auch auf eine neue, dynamische Politik hoffen.

Die grossen Parteien geben den kleineren, individuellen und volksnahen Parteien durch ihren tiefen Fall die Möglichkeit mitzureden. Sitze im Bundestag zu bekommen. Vielleicht ist es auch an der Zeit, dass die mächtigen Parteien keine Monopolstellung mehr bekommen und somit ein viel grösserer Spielraum für eine moderne Politik mit Diskussionen und unterschiedlicheren Parteien in einer Koalition bietet.

Natürlich ist es immer schwieriger zu einem gemeinsamen Konsens zu kommen, je mehr Interessengruppen beteiligt sind.

Aber warum den leichten Weg wählen?

Mit Greta nach Thunberg

Wenn ich mich an meine Schulzeit zurückerinnere, ist es gerade mal 18 Jahre her, dass ich in der 12. Klasse war.

Hätten wir jeden Freitag demonstriert, wären wir nicht für den Friedensnobelpreis nominiert worden. Wir hätten so viele Einträge wegen unentschuldigtem Fehlen gehabt, dass unsere Eltern beim Direx vorsprechen hätten müssen.

Wenn ich heute noch auf der Schule wäre, würde ich als Trittbrettfahrer das Thema mit anheizen und es fördern, Freitags auf die Strasse zu gehen. Das hätte für mich bedeutet, dass Donnerstag, der kleine Freitag, mit einer grossen Fete beginnt. Freitags ausschlafen und demonstrieren gehen. Toll. Danach gleich Wochenende.

Doch lassen wir mal die Trittbrettfahrer aussen vor und konzentrieren uns auf diejenigen, die es ernst meinen und das Thema ehrlich und gezielt verfolgen.

Ungeachtet dessen, wie meine Meinung zu diesem Thema ist, muss ich sagen, dass ich meinen Hut vor dem kleinen Mädchen ziehe, die es geschafft hat, die Welt wachzurütteln.

Was viele vor Ihr probiert und initiiert haben, hat keinen so grossen Anklang gefunden. Dafür meinen Respekt.

Ob die Kraft der Jugend gross genug ist oder ob sie als vermeintliche Revolutionäre von der Macht der Politik belächelt werden, bleibt abzuwarten.

„Die meisten grossen Taten, die meisten grossen Gedanken haben einen belächelnswerten Anfang.“ – Albert Camus