100 Gramm Schrott bitte

Erinnern wir uns an die klassische Sparkassenwerbung: „Mein Haus, mein Auto, mein Boot.“ Dieser Slogan ist wohl der Mehrheit in Erinnerung geblieben.

Statussymbole, ohne die die meisten Europäer nicht leben können. Allen Voran das Auto. Je grösser, je mehr PS, desto besser. Ein Symbol, mit dem man auf den Straßen erkannt wird. Ein Symbol von vermeintlichem Reichtum.

Doch was geben viele für einen schönen fahrbaren Untersatz auf?

Ihre eigene Gesundheit und viel schlimmer, die Ihrer Familien.

Klingt komisch, ist aber so.

Samstags in er Waschstraße treffen sich die „Protzer“ mit Ihren Autos, um sie porentief zu reinigen, die Felgen aufzupolieren und den aktuellen Ölstand zu prüfen.

Sobald die Ölanzeige nur einen Millimeter unter Max. steht, wird zum nächsten Autohändler gefahren und das teuerste und beste Öl gekauft. Das Auto hat ja einen Haufen Geld gekostet und deshalb darf es dafür nur das Beste sein, das es gibt.

Fertig gewienert und mit frischem Motoröl versehen, geht es zum lästigen Samstagseinkauf. Die Frau zu Hause braucht Nachschub um die Familie zu sättigen.

Anstatt wie beim Auto drauf zu achten, dass nur das Beste zu Hause mit Longlife-Garantie auf den Tisch kommt, damit der eigene Motor wie geschmiert läuft, wird das Billigste vom Billigsten eingekauft. Egal ob Genmanipuliert, zugestopft mit Antibiotika, vergiftet mit Pestiziden oder aus grausamer Massentierhaltung.

Doch irgendwann, wenn der eigene Motor auf Dauer nicht richtig geschmiert wird, kommt der Kolbenfresser. Der lässt sich jedoch nicht so einfach mit einem Werkstattbesuch beheben.

Anmerkung:

Für alle, die sich dafür interessieren, ob ich nur mit dem Fahrrad unterwegs bin oder einen Kleinwagen mit geringer Emission fahre:

Nein. Mein Auto schluckt viel Benzin und viel Öl. Doch den Luxus, den ich mir gönne, kostet nur so viel, dass ich meine Familie mit gesunden Lebensmitteln versorgen kann.

Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

Von jedem von uns wird eine immer höhere Toleranzgrenze abverlangt. Vieles wird aus den grossen Ballungszentren heraus entschieden und dem Rest der Welt wie eine Glocke übergezogen.

Doch sind wir überhaupt schon soweit?

In den Grossstädten wie Berlin, London, New York mögen Transgender, Homosexuelle, etc. schon etwas ganz Normales sein, aber wie sieht es 50 km entfernt von den Städten aus?

Mal Hand aufs Herz: In Provinzen mit weniger als 3.000 Einwohnern ist ein Farbiger noch etwas „besonderes“. Denn es gibt nur einen!

Ich weiss das, da ich in einem kleinen 3.000 Seelendorf aufgewachsen bin und der einzige Farbige zu meinen besten Freunden gehört.

Und jetzt verlangt die Gesellschaft der Metropolen, die die Toleranzglocke über die Kleinstadt stülpen, dass eine dritte Toilette im Rathaus installiert werden soll, obwohl ISDN noch nicht gegen DSL getauscht wurde.

Wie schnell läuft das Hamsterrad noch?

Die Gier hat uns schon lange erreicht. Vor allem in Europa. Immer schneller, immer besser, immer einen Schritt voraus und vor allem: immer mehr Profit.

Unsere Welt ist nicht mehr Glücklich mit dem was sie hat. Sie braucht mehr…..und zwar schnell und am liebsten zu Lasten von Anderen.

Das Hamsterrad dreht sich schon fast auf Höchstgeschwindigkeit, doch es wird immer noch schneller.

Effizienter arbeiten, Mitarbeiter einsparen, Prozesse optimieren, Workflow beschleunigen….Einfach verrückt, was wir uns da antun.

Wie hat meine Mutter immer gesagt: „Das letzte Hemd hat keine Taschen!“

Verdammt richtig!

Wenn man sein ganzes Geld, dass man durch schneller, weiter, besser und vor allem mehr Arbeit und weniger Freizeit verdient hat und es entweder einem Psychologen in den Rachen schiebt, weil man hofft, dass dieser einen vor einem Burnout oder einem Nervenzusammenbruch bewahrt oder einfach an einem Herzinfarkt stirbt; tja dann: Herzlichen Glückwunsch!

Grüsse aus dem Hamsterrad….schalte jetzt in den dritten Gang…

Wenn ein Inder die Glühbirne rein dreht, geht in Berlin das Licht aus.

Alles was wir tun, essen, trinken, anfassen, hat auf irgendeine Weise mit Strom zu tun.

Selbst das Wasser aus dem Wasserhahn. Irgendwo gibt es dazu eine Pumpe, die es in den Haushalt fördert oder ein Gerät, dass die Dosierung des Mineralgehaltes misst.

Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir den Schalter umlegen und die Glühbirne brennt. Für ein Drittel der Weltbevölkerung nicht. Da gibt es nämlich gar keinen Strom. Und somit auch kein Fernsehen, Internet, Warmwasserboiler, usw.

Doch lange dauert es nicht mehr, bis ein Grossteil des Drittels der Weltbevölkerung ohne Strom, Bedarf an einer funktionierenden Glühbirne anmeldet.

Und wenn die Glühbirne leuchtet, beginnt der Wettlauf. Fernseher, Laptops, Handy und alle sonstigen Annehmlichkeiten des modernen Lebens werden gebraucht.

Parallel müssen wir alleine in Deutschland 43 Millionen Autos künftig mit einer Steckdose betanken.

Woher wird der ganze Strom kommen? Atomkraft, mehr Windräder in der Nordsee, Photovoltaik auf jedem Dach?

Naja….da wird sich sicherlich der Ein oder Andere schon Gedanken dazu gemacht haben und nach einer Lösung suchen….hoffentlich.