Wo ist nur die Musik geblieben?

Wer nimmt sich heute noch die Zeit bewusst ein ganzes Album anzuhören? Das ist für viele schon Stress. Man könnte in der Zeit ja neue Bilder auf Instagram laden, die Exfreundin auf Facebook stalken oder nach der neuen Kollektion von Zara googeln.

Mal Hand aufs Herz: wann war das letzte Mal, dass ihr euch bewusst ins Wohnzimmer gesetzt habt, eine CD eingelegt, eine Schallplatte aufgelegt oder bei Apple Music Start gedrückt habt und einfach nur der Musik gelauscht habt. Ohne iPhone, iPad oder sonstigen Ablenkungen in der Hand? Wahrscheinlich könnt ihr euch nicht mehr daran erinnern. Schade eigentlich.

Wenn ich mich an meine Kindheit zurückerinnere, als Musik noch auf Schallplatten und Kassetten abgespielt wurde, hat man bewusst noch ein ganzes Album durchgehört und wurde nur dadurch unterbrochen, dass man die Platte / Kassette drehen musste.

Heute klickt man sich in Sekunden durch einzelne Lieder und entscheidet anhand der ersten ein bis zwei Takte, ob der Song gut ist oder nicht.

Obwohl ich auch die Vorzüge der Streamingdienste geniesse, freue ich mich immer noch die CD- und Schallplattenregale zu durchforsten, immer auf der Suche nach neuen Entdeckungen, die ich bewusst vom Ersten bis zum Letzten Song höre, um mir dann eine Meinung zu bilden, ob der Künstler was taugt oder nicht.

Es steckt eine wahnsinnige Arbeit dahinter, ein Album aufzunehmen und zu produzieren. Ich respektiere die Künstler, die den Mut, die Leidenschaft und die Überzeugung Ihrer Musik haben und es geschafft haben in einem Regal zu stehen.

Deshalb kaufe ich noch CDs, beziehungsweise Schallplatten.

Ich persönlich glaube daran, dass ich dem Künstler oder der Band mit dem Kauf einer CD oder Schallplatte meinen Respekt zolle, sie unterstütze und sie nicht nur im Sekundentakt für eine Monatspauschale auf meinem Smartphone durchklicke.

Zu spät ist das neue pünktlich

Wenn ich heute in ein Meeting gehe, weiss ich schon im Vorfeld, dass mindestens einer 5-10 Minuten zu spät kommt. Das schlimmste daran ist, dass er sich nicht einmal mehr entschuldigt und dass alle Wartenden das einfach so akzeptieren.

Es ist respektlos eine Gruppe warten zu lassen und gleichzeitig ist es traurig, dass niemand seinen Mund aufmacht.

Für mich ist es eine Tugend, die mir meine Eltern mit auf den Lebensweg gegeben haben, dass wenn man eine Uhrzeit ausgemacht hat, dort pünktlich zu erscheinen hat. Es kann immer mal passieren, dass man sich verspätet. Doch dann sollte man auch so viel Respekt vor dem oder den Wartenden haben und sie darüber informieren. Die digitale Kommunikation bietet einem genug Möglichkeiten dazu.

Kurz und knackig. Jetzt muss ich los, dass ich nicht selbst zu spät komme.

Meine Bratwurst ist aus echtem Fleisch

Vegane Guerillatruppen marschieren schon in Steakhäuser ein, um Ihre Ideologie den fleischfressenden Gästen mit Ihrem Porterhouse Steak vor der Nase aufzudrücken.

Als Gegenmassnahme könnten die Fleischfressenden Contra-Rebellen auch mal in einem Veganen Restaurant eine Kuh schlachten. Frei nach dem Motto aus dem alten Testament: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“.

Aber mal ehrlich. Ich liebe Fleisch. Ich liebe Bratwürste. Ich liebe Steaks frisch vom Grill.

Vor einigen Jahren hat man die Vegetarier noch belächelt und Veganer kannte man nicht. Heutzutage kommt eine geballte Ladung Ideologie zurück, so dass man sich als Fleischesser schon unterdrückt fühlt.

Zu einem Stück weit gebe ich den Nicht-Fleischessern sogar recht. Fleisch aus Massentierhaltung, mit unzumutbaren Zuständen für die Tiere, sollte verboten werden, respektive gesetzlich reguliert werden. Doch das ist hier nicht das Thema.

Gepusht von den Medien, wird das Thema immer brisanter und aktueller und ich muss mich schon bald dafür rechtfertigen eine Bratwurst zu essen. Nicht mehr lange und die Fleischesser müssen draussen bei den Rauchern essen.

90% der Menschheit muss tolerant gegenüber den 10% Veganern und Vegetariern sein, aber für die meisten fleischlosen Esser ist dies eine Einbahnstrasse. Aus ihrer Sicht wird es nicht toleriert, dass die „Anderen“ Fleisch essen.

In den letzten Jahren ist der vermeintliche Glaubenskrieg der Vegetarier und Veganer immer intensiver geworden. Mit Leitwörtern wie Mörder und Tierquäler sind sie in die Medien und sozialen Netzwerke eingedrungen und versuchen ihren Glauben der Menschheit aufzudrücken. Eine Gegenbewegung der Fleischesser gibt es nicht. Noch nicht.

Doch bevor die Veganen Guerillatruppen in einen offenen Glaubenskrieg mit den Fleischfressenden Contra-Rebellen starten, sollten sich alle dessen bewusst sein, dass wir alle nur Menschen sind und jedem sollte es selbst überlassen sein, wie er sich ernährt.

Wenn die Sterne vom Himmel fallen

Michelinsterne, Hauben, GaultMillau Punkte, Mützen, Kochlöffel….irgend eine Auszeichnung von Restaurants kennt jeder.

Diese Auszeichnungen repräsentieren und identifizieren ein sehr gutes Restaurant. Das stimmt auch zu einem grossen Teil.

Früher, als es noch kein Internet gab und nicht tausende von Blogs, Seiten und Bewertungstools für Restaurants, hat man sich den Guide Michelin gekauft und hat sich davon auf seinen Reisen inspirieren, lenken und führen lassen. Meine Grosseltern, meine Eltern und ich haben das nicht anders gemacht. Wir haben Restaurants entdeckt, die wir sonst wahrscheinlich nicht gefunden hätten und haben dabei auch einige Schätze gefunden.

Doch kommen wir wieder in die Gegenwart. Will die neue Generation an Gastronomen und Gästen überhaupt noch ein altes, verstaubtes Bewertungssystem Namens Guide Michelin, etc.? Oder ist es an der Zeit neue Wege zu beschreiten und sich als Gastronom seine Sporen auf Plattformen wie TripAdvisor zu verdienen?

Tja…da bin ich persönlich etwas unschlüssig.

Grundsätzlich halte ich Guide Michelin & co zwar für verstaubt, aber dennoch nicht wegzudenken.

Ich denke, dass die Bewertungskriterien der Guide Michelins und co. zwingend erneuert werden und ins 21. Jahrhundert geholt werden müssen. Ebenfalls sollten die bewerteten Restaurants in Kategorien unterteilt werden, damit nicht nur Restaurants in die Gruppe der Sterne aufgenommen werden, die Millionen in die Inneneinrichtung gesteckt haben. Ok, das war jetzt etwas übertrieben, aber ihr versteht, was ich meine.

Was für den Guide Michelin und co. spricht ist, dass die Restauranttester ausschließlich Profis sind und was von dem Handwerk Gastronomie verstehen.

Die andere Seite ist TripAdvisor und co. Ich persönlich bin davon grosser Fan, da ich dabei eine Essenz aus dem Feedback von Hunderten / Tausenden Berwertungen bekomme. Natürlich sind dabei auch einige unqualifizierte Bewertungen dabei, aber im Grossen und Ganzen bekomme ich einen Überblick, ob es sich überhaupt lohnt ein Restaurant in Betracht zu ziehen.

So. Jetzt habe ich meine Meinung dazu geschrieben, bin aber immer noch nicht schlauer, wie ich in Zukunft meine Restaurantauswahl treffe.

Liebes Finanzamt, mach mir das Leben schwer

Alle Jahre wieder muss ich mich über ELSTER aufregen. Das Onlinetool für die Steuer.

Aktuell kümmere ich mich um die Steuererklärung meiner Grosseltern, die in einem kleinen beschaulichen Örtchen im schönen Schwarzwald leben.

Mit 86 Jahren kann man verstehen, dass es ihnen schwerfällt die Steuererklärung selbst zu machen. Obwohl es ja eigentlich Elster Online gibt, was das ganze vereinfachen soll und auch für ältere Menschen eine Erleichterung bringen soll.

Ich, aufgewachsen mit den ersten PC’s, dem Internet, allen mobilen Endgeräten, die einem heutzutage das Leben einfacher machen, sitze an meinem Laptop und versuche verzweifelt das „Elstersystem“ zu verstehen.

Es fühlt sich so an, als würde das Finanzamt, respektive Elster absichtlich versuchen den Login für die Steuererklärung zu einem Ding der Unmöglichkeit zu machen.

Ist es so schwer einen Login zu gestalten? Gefühlt werden da Millionen an Steuergeldern versenkt für irgendwelche Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, um herauszufinden, wie man die Leute noch etwas mehr ärgern kann.

Auf der ELSTER Homepage gibt es mehrere Auswahlmöglichkeiten. Was sich hinter dem ersten Button verbirgt, habe ich mir schon gar nicht durchgelesen, denn im Namen „Login mit Zertifikatsdatei“ steckt schon „Aufwand“. Außerdem habe ich das bereits im Vorjahr gemacht und natürlich die Zertifikatsdatei nicht gespeichert. Warum auch? Habe gedacht ich brauche das Ding nur einmal.

Die nächste Möglichkeit ist „Login via Personalausweis“. Dafür muss ich irgendeine AusweissApp runterladen und dazu muss ich irgendwann den Personalausweis in das Kartenlesegerät stecken. Keine Ahnung woher ich das Ding bekommen soll, aber der Personalausweis muss vom Bürgeramt freigeschaltet werden. Meine Güte. Das ist ja noch schlimmer als die Zertifikatsdatei.

Nächster Punkt „Mobiler Login“. Juchuu! Klingt einfach, gelernt und klingt erfolgversprechend. Die Anleitung besteht nur aus zwei Punkten. Punkt Nummer 1: „Lesen Sie die Transaktionsnummer (TAN) 1 von Ihrem mobilen Gerät ab.“

Woher soll ich das ablesen und woher bekomme ich die (TAN)1? Ok. Sorry. Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Oben drüber steht, ich brauche die App. Nichts leichter als das. Zwei Fix Drei und die App ist auf dem Smartphone.

Erste Reaktion auf der gestarteten App: Bitte loggen Sie sich ein. Kein Problem. Eigentlich denkt man jetzt daran einen Benutzernamen und ein Passwort einzugeben, doch falsch gedacht. Es fängt mit dem Bildschirm „Vorbereitungen“ an: „Um sich mit ElsterSmart bei ELSTER einloggen zu können, benötigen Sie Ihr Zertifikat“.

FUCK! Ok. Was gibt es noch für Auswahlmöglichkeiten?

„Sicherheitsstick“. Was soll das sein? Back to the roots? Ich klicke drauf und schon kommt: „Bitte wechseln Sie zu mobiles Login“. Ok. Wieder zurück.

Ohne Zertifikatsdatei geht das wohl wirklich nicht. Dann beantragen wir das doch mal. Emailadresse eingeben, Bestätigungsmail abwarten und Aktivierungslink klicken. Schön und gut.

Sehr geehrter Herr Mustermann,

vielen Dank für die Erneuerung Ihres Zugangs zu Mein ELSTER – Registrierungsart Zertifikatsdatei.

Mit dieser E-Mail erhalten Sie die persönliche Aktivierungs-ID für Ihr Benutzerkonto bei Mein ELSTER.

Die Aktivierungs-ID benötigen Sie für den zweiten Schritt der Zugangserneuerung zusammen mit dem Aktivierungs-Code, den Sie gesondert per Post erhalten. Bewahren Sie deshalb diese E-Mail unbedingt auf, bis auch der Brief mit dem Aktivierungs-Code bei Ihnen vorliegt. Für die Zusendung des Aktivierungs-Codes wird die zu Ihrer Identifikationsnummer gespeicherte Adresse verwendet.

Benutzername des Kontos: MUSTERMANN
Aktivierungs-ID: 837583745929129476754872387

Nachdem Sie den Brief mit Ihrem persönlichen Aktivierungs-Code erhalten haben, folgen Sie bitte dem nächstem Schritt der Zugangserneuerung unter
https://www.elster.de/eportal/erneuereZugang/Eingabe

Jetzt mal ganz im Ernst. Ich glaube es ist einfacher einen Zugang für das Pentagon mit höchster Sicherheitsfreigabe zu bekommen als für Elster.

Warum wird es einem so schwer gemacht? Das ganze Zinnober kann man ja einmal über sich ergehen lassen, aber danach reicht doch Login und Passwort.

Ich warte jetzt mal auf den Aktivierungssystem-Code.