Die Geburt – Was Mann tun muss

Was ich schon einmal grundsätzlich sagen kann: Die Geburt war für mich so ziemlich das beste Erlebnis, dass ich jemals hatte. Es ist unbeschreiblich, was für ein Gefühl es ist, nach über neun Monaten Vorfreude, sein Kind in den Armen zu halten.

Natürlich geht das nicht auf Knopfdruck oder ruhig und friedlich von statten. Meine Frau hat sehr viel Kraft und Schmerz auf sich nehmen müssen, um unser Kind auf die Welt zu bringen. Für mich als Mann war das doppelt schlimm:

Nämlich zum Einen, dass ich zusehen musste, wie meine Frau „leiden“ musste und zum Anderen, dass ich quasi nichts tun konnte. Zumindest nicht direkt beim Geburtsvorgang.

Aber dafür habe ich versucht ihr das beste Umfeld und die beste Versorgung zu bieten. Und eigentlich war das gar nicht schwer.

Das ist wie bei einer Geburt in der Tierwelt. Alle gebärenden Tiere ziehen sich zurück. Gehen in eine stille, ruhige und angenehme Ecke oder Raum, wo sie sich wohl fühlen. Sie schaffen sich einen Ort, an dem Sie sich auf die Geburt vorbereiten können.

Bei mir und meiner Frau war das eigentlich identisch.

Der schönste Raum bei uns zu Hause ist das Kinderzimmer. Wir haben die Rollläden etwas geschlossen, sanfte Musik aufgelegt, ein paar Kerzen angezündet und so den Raum gemütlich gestaltet. Neben dem Ambiente habe ich sie permanent mit Getränken, Snacks und Süßigkeiten versorgt und ab und zu massiert.

Je intensiver die Wehen wurden, desto nervöser wurde ich, aber meine Frau hat durch den Geburtsvorbereitungskurs einen einigermaßen kühlen Kopf bewahrt.

Bereits als die Wehen angefangen haben, habe ich in der Geburtsklinik angerufen und die Hebammen vorbereitet, dass wir wohl im Laufe des Tages kommen werden und vor Abfahrt natürlich nochmal.

Wir waren zwar etwas knapp dran und sind gerade noch rechtzeitig im Spital angekommen, aber Rückblickend betrachtet, war das genau richtig. Meine Frau konnte dadurch so lange wie möglich in unserem schönen Umfeld zu Hause bleiben. Im Kreissaal angekommen, hat es nur noch eine Stunde gedauert, bis unser Baby auf der Welt war.

Ab Zeitpunkt Kreissaal, als die Wehen immer stärker wurden, war es natürlich vorbei mit schönem Ambiente, ab und zu eine Massage und mal einen frisch aufgebrühten Tee servieren. Dafür habe ich ihr zwischen den Wehen immer wieder das Gesicht mit einem kalten Tuch abgewischt und während der Wehen Sie fest in den Arm genommen und ihre Hand gehalten.

Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viel Kraft so eine zierliche Frau hat. Zu Hause das Gurkenglas nicht alleine aufbekommen, aber bei der Geburt hätte Sie einen Baum mit blossen Händen fällen können.

Was ich mir zu Herzen genommen habe und mir auch im Kreissaal immer wieder ins Gedächtnis gerufen habe war: Immer hinter der Frau stehen!

Damit ich nicht ein lebenslanges Trauma habe oder vielleicht nie wieder ein zweites Kind zeugen will, bin ich immer brav hinter meiner Frau gestanden und habe der Hebamme den Platz in der ersten Reihe überlassen.

Als dann unser Kind geschlüpft war und es auf dem Arm der Mama lag, war wie bei einem Lichtschalter aller Schmerz und alle Aufregung vergessen.

Es ist unglaublich, was für eine Ruhe und Freude so ein kleines Kind in Einem auslöst. Aus diesem Grund würde ich es mit ein Leben lang nicht verzeihen, wenn ich nicht Teil dieses Wunders gewesen wäre.

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