Wenn der Holocaust die Emotion verliert

Vor über 75 Jahren ist das dritte Reich gewaltsam aufgelöst worden und hat damit sehr vielen Menschen das Leben gerettet.

Jahrelang konnten wir Zeitzeugen lauschen, die Ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit der Welt geteilt haben.

Wir konnten mit unseren Grosseltern sprechen, die Live mit dabei waren. Sie haben uns erzählt, wie schrecklich diese Zeit war. Sie haben uns erzählt, wie grausam die Jahre des Krieges und der Massenvernichtung waren.

Durch die Zeitzeugen wurde die Geschichte lebendig. Sie wurde emotional und greifbar.

Doch nach und nach gibt es immer weniger Zeitzeugen. Immer weniger, die das erlebte mit Gestik, Mimik und Tonfall real machen können.

In spätestens 10-15 Jahren können wir die dunkle Geschichte Deutschlands nur noch in Geschichtsbüchern nachlesen. Aufgeräumt und Kategorisiert im Internet und in Bibliotheken. Emotionslos.

Das ist ein grosses Problem der kommenden Generationen. Mit Dokumentationen, Sozial Media Posts, Büchern, Schriftstücken und Zeitschriften lässt sich jedes Übel entweder aufbauschen oder herunterspielen. Je nach dem welche Wirkung es erzielen soll.

Wirkungsvoll eingesetzt und gut verpackt, wird die Massenvernichtung heruntergespielt oder gar geleugnet. Gleichzeitig aber der Bau der Autobahn und den Aufschwung Deutschlands positiv hervorgehoben.

Und das dürfen wir niemals zulassen.